Immobilienbewertung Verkehrswertermittlung Immobilien Immobilien Markwertermittlung Immobilien Wertermittlung Immobilienschätzung Immobiliensachverständiger Frank Römer


ENEV 2009



Am 01. Oktober 2009 ist die novellierte Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) in Kraft getreten. Die energetischen Anforderungen bei Neubauten und bei wesentlichen Änderungen im Gebäudebestand sind, nachdem sie von der Energiesparverordnung 2007 (EnEV 2007) eingeführt wurden, um 30 % erhöht worden. Außerdem wurden Anreize für den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien geschaffen und bestimmte Nachrüstpflichten in Altbauten vorgesehen. Auch an Ausstellung von Energieausweisen und die energetische Bewertung von Gebäuden sind klare und verbindliche Anforderungen gestellt. Ziel der novellierten EnEV 2009 ist es, den Energiebedarf für Heizung und Warmwasser im Gebäudebereich um etwa 30 Prozent zu senken. In einem weiteren Schritt sollen laut Integriertem Energie- und Klimaprogramm (IEKP) ab 2012 die energetischen Anforderungen an Neubauten nochmals um bis zu 30 Prozent erhöht werden. Ab dann gilt u.a., dass bis Ende 2011 begehbare Geschossdecken gedämmt werden müssen, wenn das Dach darüber ungedämmt ist. Nachtstromspeicherheizungen müssen ab dem Jahr 2020 schrittweise außer Betrieb genommen werden, und die Einhaltung der Vorschriften bei der Modernisierung von Gebäuden muss durch Nachweise von Seiten der Unternehmen bestätigt werden.

Die Altbauten / Bestand betreffende Änderungen der EnEV 2009 im Überblick:

• Altbau-Modernisierung: Bei der Modernisierung von Altbauten mit größeren baulichen Änderungen an der
   Gebäudehülle werden die Bauteilanforderungen zu EnEV 2007 um durchschnittlich 30 Prozent verschärft (z.B.
   Erneuerung der Fassade, der Fenster, des Dachs). Alternativ kann der Bauherr sich dafür entscheiden, auf das
   1,4fache Neubau-Niveau zu sanieren. Dies betrifft die Anforderungen an den Jahres-Primärenergiebedarf und an
   die Wärmedämmung der Gebäudehülle.

• Die Anforderungen an die Dämmung oberster nicht begehbarer Geschossdecken (Dachböden) werden verschärft.
   Oberste begehbare Geschossdecken müssen bis Ende 2011 eine Wärmedämmung erhalten. In beiden Fällen
   genügt aber auch eine Dämmung des Daches.

• Für Klimaanlagen, die die Feuchtigkeit der Raumluft verändern sollen, wird eine Pflicht zum Nachrüsten von
   Einrichtungen zur automatischen Regelung der Be- und Entfeuchtung vorgesehen.

• Nachtstromspeicherheizungen, die älter als 30 Jahre alt sind, sollen in größeren Gebäuden außer Betrieb
   genommen werden und durch effizientere Heizungen ersetzt werden. Dies betrifft Wohngebäude mit mindestens
   sechs Wohneinheiten und Nichtwohngebäude mit mehr als 500 Quadratmetern Nutzfläche. Die Pflicht zur
   Außerbetriebnahme soll stufenweise zum 1. Januar 2020 einsetzen. Es besteht keine Pflicht, wenn das Gebäude
   das Anforderungsniveau der Wärmeschutzverordnung 1995 erfüllt, der Austausch unwirtschaftlich wäre oder
   öffentlich-rechtliche Vorschriften den Einsatz von elektrischen Speicherheizsystemen vorschreiben (z. B.
   Festsetzungen in Bebauungsplänen).

• Maßnahmen zum Vollzug der Verordnung wurden verstärkt: Bestimmte Prüfungen werden den Bezirksschornstein-
   fegermeister übertragen und Nachweise bei der Durchführung bestimmter Arbeiten im Gebäudebestand - so
   genannte Unternehmererklärungen - eingeführt.

• Es wurden einheitliche Bußgeldvorschriften eingeführt. Verstöße gegen bestimmte Neu- und Altbauanforderungen
   der EnEV und die Verwendung falscher Daten beim Energieausweis werden als Ordnungswidrigkeit geahndet.

Durch die stetig steigenden Energiepreise in den letzten Jahren ist der Energiebedarf eines Gebäudes stark ins Interesse des Immobilienkäufers und Hauseigentümer gerückt. Der Energieverbrauch der zu verkaufenden / erwerbenden Immobilie spielt nun eine sehr große Rolle.
Altbauten werden in der Zukunft stärker an Wert verlieren, da oft große Investitionen notwendig sind, um diese auf den heutigen bzw. zukünftigen Energiestandard zu bringen und die Energieeffizienz zu steigern.

Um dem Käufer oder dem Mieter eine Beurteilungsmöglichkeit der Energieeffizienz der Immobilie zu geben, wurde der Energieausweis i.S. der Energieeinsparverordnung eingeführt. Dieser soll zur Verbesserung der Transparenz auf dem Immobilienmarkt dienen.

Einem potenziellen Käufer, Mieter, Pächter oder Leasingnehmer eines bebauten Grundstücks, Wohnungs- oder Teileigentums ist daher auf Verlangen unverzüglich ein Energieausweis vorzulegen. Ausgenommen hiervon sind lediglich Gebäude mit nicht mehr als 50 m² Fläche und Baudenkmäler (§ 16 Abs. 4 EnEV).

EnEV nennt eine "Härteklausel", die Landesbehörden verpflichtet, den betroffenen Bauherren ggf. auf Antrag zu befreien.
ES GIBT JEDOCH KEINE BEFREIUNG VON DEN PFLICHTEN ZUM ENERGIEAUSWEIS M BESTAND!

Ungeklärt ist bisher, ob es für die Unverzüglichkeit (d. h. "ohne schuldhaftes Zögern") auch genügt, wenn man sich nach der Aufforderung durch den potenziellen Vertragspartner sofort um einen solchen Ausweis bemüht und diesen nach Erhalt zügig vorlegt; dann müsste kein Ausweis im Vorhinein besorgt werden.

Um sich allerdings nicht in eine rechtliche Grauzone zu begeben, empfehlen wir als Gutachter für Immobilienbewertung, dass Sie sich im Falle eines geplanten Verkaufs oder einer Vermietung einen Energieausweis für Ihre Immobilie im Vorfeld anfertigen lassen.

Bei Verkauf und Neuvermietung ohne vollständigen, korrekten oder zulässigen Nachweis drohen theoretisch Bußgelder bis zu 15.000 Euro. Zwar ist uns noch kein Fall bekannt, dass jemand ohne Energieausweis dies zahlen musste, dennoch sollten Sie kein Risiko eingehen.

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